Tag-Archiv für 'cafe'

Suchthilfe – Die Fixerstube ist weg, der Drogenhandel bleibt

Quelle: http://www.morgenpost.de/berlin/article1158956/Die_Fixerstube_ist_weg_der_Drogenhandel_bleibt.html

Von Sabine Flatau

Die Fixerstube an der Dresdner Straße in Kreuzberg ist geschlossen. Nachdem sich Hausbewohner beschwert hatten, kündigte der Vermieter den Vertrag. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Drogenszene vom Kottbusser Tor damit ebenso verschwunden wäre. Im Gegenteil.

ercan yasaroglu, cafe betreiber
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Situation am Kotti

Quelle: http://de.indymedia.org/2009/07/256338.shtml?c=on#comments2

Die Situation am Kottbusser Tor in Kreuzberg spitzt sich für Drogenabhängige weiter zu. Eine „Anwohnerinitiative“ bekämpft jetzt sogar deren medizinische Versorgung.
Seit 30 Jahren halten sich am Kotti Drogensüchtige auf. Manche kaufen und verkaufen Cannabis, andere Methadon, Tabletten oder Heroin. Es gibt keine Prostitution, die Beschaffungskriminalität findet meistens nicht vor Ort statt. Öffentliche Toiletten gibt es nicht, die Plätze zum Spritzen werden weniger. Viele Häuser sind von innen und aussen Videoüberwacht, manche Hausverwaltung läßt brutale Wachschützer patroulliern.
Das war nicht immer so, bis Mitte der 90er Jahre wurde die Drogenszene als erträgliches Problem gesehen. Die wirtschaftliche und kulturelle Situation der Anwohner_innen ließ keinen Bedarf aufkommen auf Menschen zu treten, die noch weiter unten stehen.
Seit einigen Jahren geht aber die soziale Säuberung am Kotti nicht vorbei. Der Wunsch nach Recht und Ordnung wird von http://www.quartiersmanagement-berlin.de/Friedrichshain-Kreuzberg.164.0.html und Milli Görüs gezüchtet, die den Anwohner_innen Angst- und Schreckensvisionen liefern.
Vor einigen Jahren gründete http://de-de.facebook.com/ercan.yasaroglu eine Anwohnerinitiative am Kotti. Ziel ist die Vertreibung der Drogensüchtigen und seit kurzem auch der Scheibenputzer-Roma. Ein Bericht der Morgenpost http://www.morgenpost.de/berlin/article1042465/Vaeter_kaempfen_am_Kottbusser_Tor_gegen_Dealer.html ist insoweit falsch, das Ercan Yasaroglu nicht Sozialarbeiter ist sondern Betreiber des Cafe Kotti. Dieses liegt auf der Galerie über der Adalbertstrasse.
Der Verein gegen die Junkies http://de.dir.groups.yahoo.com/group/burgerinitiativekottbussertor/?v=1&t=directory&ch=web&pub=groups&sec=dir&slk=2 hat erreicht, das der Fixpunkt in der Dresdener Strasse vor einigen Wochen geschlossen hat. Der Fixpunkt wurde mal geschaffen um Todesfälle durch Überdosis zu verhindern, unter ärztlicher Aufsicht konnte hier konsumiert werden.
Um dennoch eine niedrigschwellige Hilfe zum Ausstieg und medizinischen Hilfe anzubieten, kamen Busse der Drogenberatung seit Jahren zum Kotti. Jetzt sind diese Ziel der Bürgerwehr geworden. Zum aktuellen Vorfall:
http://www.tagesspiegel.de/berlin/Kottbusser-Tor-Fixerbusse;art270,2849663
Den Junkies einen Spritzentausch zu verwehren ist wirklich eine ganz erbärmliche Aktion. Die Infizierung von Drogenkranken untereinander mit HIV, durch Needlesharing, in Kauf zu nehmen, nur um den Umsatz der angeblich beeinträchtigten Läden am Kotti zu sichern, zeigt welches Menschenbild hier vorliegt. Danke auch das ihr das Zahnmobil blockiert habt! Eine große Leistung Menschen, die aus verschiedenen Gründen lange nicht zum Zahnarzt gehen konnten, auch das zu verwehren.
Besonders traurig der Werdegang von Ercan Yasaroglu. In den 80er Jahren aus politischen Gründen aus der Türkei gekommen, hatte er verbindungen zu Antifa Genclik, versuchte sich dann als Filmproduzent und Journalist bei Antifa Demos. Wandelte sich dann zu einem der an den Potentialen Kreuzbergs verdienen will. Zum Schluß bleibt nur noch der Kampf gegen die Schwächsten.
Das Drogenproblem wird sich nicht durch Repression lösen lassen. Selbst in Staaten mit Todesstrafe für Drogendelikte gibt es Dealer und Konsumenten. Das Elend läßt sich mit der legalen Abgabe von ungestrecktem Heroin an Süchtige beseitigen. Der Hass auf Kranke ist das grössere Problem. Mehr Infos hier:
http://menschenfreundlich.blogsport.de/2009/02/

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Erst ausfüllen, dann Kaffee trinken

Quelle: http://www.taz.de/regional/berlin/aktuell/artikel/?dig=2009%2F05%2F20%2Fa0068&cHash=9d085132b9

VERSAMMLUNGSRECHT Wer sich im Café verabredet, sollte das vorher bei der Polizei anmelden. Ansonsten kann das Treffen als Versammlung aufgelöst werden – so geschehen in Kreuzberg

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VON ANTJE LANG-LENDORFF

Keine Verabredung ohne den Segen der Polizei: Wer sich mit Freunden oder Bekannten im Café trifft, sollte das vorher anmelden. Ansonsten läuft man Gefahr, dass die Runde ruck, zuck aufgelöst wird – als unangemeldete Versammlung.

So offenbar geschehen am Freitag in Kreuzberg: 17 Studierende aus Berlin und Spanien trafen sich nach Angaben des AStA der FU abends im Café Simitdchi in der Adalbertstraße, um mit Journalisten über die im Juni geplanten Bildungsstreiks zu sprechen. Zu den Pressevertretern zählte Björn Kietzmann von der Jungen Welt. Er berichtet, dass die Gruppe draußen gesessen und auf einen letzten Teilnehmer gewartet habe, als plötzlich ein Dutzend behelmter Polizisten die Tische umstellte. Die etwa 100 Beamten hätten verboten zu telefonieren und zu fotografieren. „Alle Anwesenden wurden einzeln abgeführt und in den Fahrzeugen durchsucht.“ Auch ihre Personalien seien aufgenommen worden.

Ein Mitarbeiter des Cafés Simitdchi bestätigt die Schilderung weitgehend. „Die haben sich was zu trinken, Tee oder so, gekauft und draußen vor den Laden gesetzt“, erzählt Yasin Selcuk. Einer habe eine rote Fahne dabeigehabt, sonst sei ihm nichts aufgefallen. Keiner habe politische Sprüche gerufen oder Transparente entfaltet. Zehn Minuten später sei die Polizei gekommen und habe die Leute zur Ausweiskontrolle mitgenommen.

Was sollte dieses harte Durchgreifen? Die Pressestelle der Polizei sagt, im Rahmen einer Streifenfahrt seien den Beamten rund 20 Personen am Kottbusser Tor aufgefallen. Der Einsatz habe nicht im Café, sondern „im Bereich der Freitreppe“ stattgefunden. Die Polizisten seien von einer „nicht angemeldeten Versammlung“ ausgegangen. Sie hätten die Teilnehmer überprüft und Platzverweise ausgesprochen. Ein Taschenmesser, zwei Sturmhauben und eine Fahne seien sichergestellt worden.

„Wir verurteilen diesen Angriff auf politisch engagierte Studierende und auf die Pressefreiheit aus Schärfste“, erklärte das Team der Bildungsstreiks am Dienstag. Die eingesetzten Mittel seien „in höchstem Maße unverhältnismäßig“ gewesen.

Der innenpolitische Sprecher der Grünen, Benedikt Lux, sieht das ähnlich. Er frage sich, ob nicht politische Motive hinter dem Einsatz stünden. „Auch über eine radikale Kritik am Bildungssystem muss man sich auf öffentlichem Straßenland unterhalten können“, sagte Lux. Selbst wenn es sich um eine Versammlung gehandelt habe, sei das kein Grund, das Treffen sofort aufzulösen. „Die Polizei hätte das einfach dulden können.“

Lux will Innensenator Ehrhart Körting (SPD) bei der nächsten Sitzung des Innenausschusses am Montag auf den Vorfall ansprechen. Auch der innenpolitische Sprecher der SPD, Thomas Kleineidam, kündigte an: „Wenn sich das so abgespielt hat, wie die Studenten berichten, werde ich da noch mal nachhaken.“

Die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) verurteilte das Vorgehen der Beamten mit deutlichen Worten. „Die Begründung, es habe sich um eine unangemeldete Versammlung gehandelt, ist einfach nur absurd“, erklärte Andreas Köhn, stellvertretender Landesbezirksleiter von Ver.di im Namen der dju. Er gehe davon aus, dass sich die Berliner Polizei an die deutschen Gesetze halte. „Situationen wie diese erwartet man eigentlich in südamerikanischen Polizeistaaten.“

Andreas Köhn, Ver.di

Was Sie beim Besuch eines Cafés beachten müssen, sich bislang aber nicht zu fragen trauten

Frist beachten: 48 Stunden vor Beginn der Versammlung müssen Sie diese ordnungsgemäß bei der Versammlungsbehörde angemeldet haben. Nutzen Sie dafür das „Anmeldeformular für Versammlungen und Aufzüge“ der Polizei. Sie können es hier ausschneiden oder unkompliziert herunterladen unter www.berlin.de/polizei.

Spontanes Kaffeetrinken: Auch spontane Versammlungen müssen Sie bei der Polizei anmelden. Sie müssen dann allerdings angeben, welchen tagesaktuellen Anlass es für das Treffen gab. Sie müssen dies unbedingt glaubwürdig darlegen. Denn es kann ja nicht sein, dass man einfach so die 48-Stunden-Frist unterlaufen kann!

Versammlung: Die Anmeldepflicht gilt für jede „Versammlung“. Damit sind eigentlich klassische Demos gemeint, es gibt aber keine klaren Kriterien. Jeder Polizist entscheidet im Einzelfall. Um Ärger zu vermeiden, sollten Sie besser jedes Treffen mit Freunden unter freiem Himmel vorher anmelden. Ist ja auch kostenlos. HEI

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