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Pressemitteilung JES-Netzwerk: Diese Entscheidung wird Menschenleben retten!

Pressemitteilung: Diese Entscheidung wird Menschenleben retten!
JES fordert die heroingestützte Behandlung in Gesundheitsräumen

/JES-Netzwerk

Berlin, den 28.05.2009

Der Deutsche Bundestag hat am 28.05. mehrheitlich einer Veränderung des BtMG (Betäubungsmittelgesetz) zugestimmt. Diese Veränderung bietet die Grundlage, um künftig auch Diamorphin, also medizinisch reines Heroin, zur Regelversorgung von Heroinabhängigen zu verwenden. Die jetzt noch erforderliche Zustimmung vonBundesrat und Bundespräsident scheint sicher zu sein.

Für das JES-Netzwerk (Junkies, Ehemalige, Substituierte) erklärt dazu Mathias Häde: „Die zähe Verzögerungs- und Verhinderungstaktik von Teilen der CDU-Bundestagsfraktion vermochte sich letztlich doch nicht gegen die mit vielen unwiderlegbaren Fakten untermauerte fachliche Argumentation der Befürworter durchzusetzen. Das JES-Netzwerk spricht -nicht zuletzt stellvertretend für die von dieser Entscheidung unmittelbar betroffenen langjährigen DrogengebraucherInnen- allen UnterstützerInnen seinen Dank aus. Dieses positive Votum wird in der Folge Menschenleben retten und langjährigen HeroingebraucherInnen ein menschenwürdiges Dasein ermöglichen.“

Im nächsten Schritt wird es um die Finanzierung durch die Krankenkassen gehen. Hier fordert das JES-Netzwerk, dass in den Städten, in denen bereits heute Drogenkonsumräume betrieben werden, der zügige Einstieg in die Vergabe medizinisch reinen Heroins möglich wird. Denn nur so, ergänzt Katrin Heinze, Bundessprecherin von JES, erhält der für diese Räumlichkeiten gern benutzte Begriff „Gesundheitsraum“ eine Berechtigung. Nicht, wenn dort schmutzige Mafia-Drogen konsumiert werden.

JES – Bundesweites Drogenselbsthilfenetzwerk
c/o Deutsche AIDS Hilfe e.V.
Wilhelmstr 138 – 10963 Berlin
Fon: +49 030 690087 56
Fax: +49 030 690087 42
Dirk.Schaeffer@dah.aidshilfe.de
www.jes-netzwerk.de

Kontakt: Mathias Häde
mhaede@jes-netzwerk.de
0521 – 39 88 666

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Heroin wird reguläres Medikament – Strafrechtliche Repression ist kontraproduktiv

Heroin 3,1g  90% Reinheitsgehalt verifiziert

Presseerklärung des Schildower Kreises: 28.05.09

Der Bundestag wird voraussichtlich am 28. Mai dem Gesetzentwurf einer
parteiübergreifenden Abgeordnetengruppe zustimmen: die „diamorphingestützte
Substitutionsbehandlung“, sprich: Heroin als Medikament für
Heroinabhängige, wird ins Regelsystem der gesundheitlichen Versorgung
überführt. Dies geschieht dann allerdings unter engen, im
Betäubungsmittelgesetz geregelten Erlaubnisvoraussetzungen, was eine
sinnvolle medizinische Nutzung von Heroin in einem breiteren Rahmen
weiterhin blockieren wird.

Grundlage ist der erfolgreiche Abschluss des „Modellversuchs zur
heroingestützten Behandlung Opiatabhängiger“. Schwerstkranke
Opiatabhängige, die bislang wegen der durch die Illegalität der Droge
bedingten, extrem destruktiven Schwarzmarktbedingungen verwahrlosten oder
starben, können jetzt sachgerecht therapiert und resozialisiert werden.
Erheblich reduzieren sich dadurch auch die sozialen Belastungen durch
Drogen- und Beschaffungskriminalität. Noch muss allerdings die Aufnahme der
Behandlung ins Budget der gesetzlichen Krankenversicherung geregelt werden.
Finanziert werden müssen auch die begleitende psychosoziale Betreuung sowie
Eingliederungshilfen und Hilfen zur Arbeit.

Die in sieben Großstädten mit über tausend Opiatabhängigen durchgeführte
„Heroinstudie“ (www.heroinstudie.de) bestätigte, was in Großbritannien, der
Schweiz und in Holland schon seit langem humane und konstruktive Praxis
ist: Die Abgabe von Heroin bewirkt eine Verbesserung des
Gesundheitszustandes, einen starken Rückgang der Kriminalität und soziale
Integration.

Diese Ergebnisse beweisen einmal mehr die Kontraproduktivität der
strafrechtlichen Drogenrepression: nicht der Heroinkonsum, sondern die
Prohibition, die einen unkontrollierbaren Schwarzmarkt hervorgebracht hat,
schafft erst die schwer wiegenden Probleme, welche zu bekämpfen sie
angetreten ist. Nur verwaltungsrechtliche Regulierungen im Sinne des
Gesundheits-, Jugend- und Verbraucherschutzes können problematischen
Drogenkonsum mindern.

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Der Schildower Kreis ist ein Netzwerk von Experten aus Wissenschaft und
Praxis. Wir wollen auf die schädlichen Folgen der Drogenprohibition
aufmerksam machen und legale Alternativen zur repressiven Drogenpolitik
aufzeigen.

Im Schildower Kreis sind folgende Fachleute vernetzt:
Prof. Dr. habil Gundula Barsch, Prof. Dr. jur., Dipl.-Psych. Lorenz
Böllinger, Prof. Dr. Horst Bossong, Dr. Bernd Dollinger, Prof. Dr. Johannes
Feest, Andreas Heimler, Prof. Dr. Henner Hess, Prof. Dr. Manfred Kappeler,
Michael Kleim, Dr. Axel Klein, Dr. Nicole Krumdiek, Prof. Dr. jur.
Cornelius Nestler, Dr. Bettina Paul, Dr. Helmut Pollähne, Prof. Dr. jur.
Stephan Quensel, Dirk Schäffer, Prof. Dr. Sebastian Scheerer, Prof. Dr.
Henning Schmidt-Semisch, Dr. Wolfgang Schneider, Prof. Dr. Heino Stöver,
Dr. Rainer Ullmann, Dipl. FinW. Georg Wurth

Das Manifest des Schildower Kreises ist hier einzusehen:
http://www.schildower-kreis.de/manifest/

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