Tag-Archiv für 'bürgerinitiative'

Situation am Kotti

Quelle: http://de.indymedia.org/2009/07/256338.shtml?c=on#comments2

Die Situation am Kottbusser Tor in Kreuzberg spitzt sich für Drogenabhängige weiter zu. Eine „Anwohnerinitiative“ bekämpft jetzt sogar deren medizinische Versorgung.
Seit 30 Jahren halten sich am Kotti Drogensüchtige auf. Manche kaufen und verkaufen Cannabis, andere Methadon, Tabletten oder Heroin. Es gibt keine Prostitution, die Beschaffungskriminalität findet meistens nicht vor Ort statt. Öffentliche Toiletten gibt es nicht, die Plätze zum Spritzen werden weniger. Viele Häuser sind von innen und aussen Videoüberwacht, manche Hausverwaltung läßt brutale Wachschützer patroulliern.
Das war nicht immer so, bis Mitte der 90er Jahre wurde die Drogenszene als erträgliches Problem gesehen. Die wirtschaftliche und kulturelle Situation der Anwohner_innen ließ keinen Bedarf aufkommen auf Menschen zu treten, die noch weiter unten stehen.
Seit einigen Jahren geht aber die soziale Säuberung am Kotti nicht vorbei. Der Wunsch nach Recht und Ordnung wird von http://www.quartiersmanagement-berlin.de/Friedrichshain-Kreuzberg.164.0.html und Milli Görüs gezüchtet, die den Anwohner_innen Angst- und Schreckensvisionen liefern.
Vor einigen Jahren gründete http://de-de.facebook.com/ercan.yasaroglu eine Anwohnerinitiative am Kotti. Ziel ist die Vertreibung der Drogensüchtigen und seit kurzem auch der Scheibenputzer-Roma. Ein Bericht der Morgenpost http://www.morgenpost.de/berlin/article1042465/Vaeter_kaempfen_am_Kottbusser_Tor_gegen_Dealer.html ist insoweit falsch, das Ercan Yasaroglu nicht Sozialarbeiter ist sondern Betreiber des Cafe Kotti. Dieses liegt auf der Galerie über der Adalbertstrasse.
Der Verein gegen die Junkies http://de.dir.groups.yahoo.com/group/burgerinitiativekottbussertor/?v=1&t=directory&ch=web&pub=groups&sec=dir&slk=2 hat erreicht, das der Fixpunkt in der Dresdener Strasse vor einigen Wochen geschlossen hat. Der Fixpunkt wurde mal geschaffen um Todesfälle durch Überdosis zu verhindern, unter ärztlicher Aufsicht konnte hier konsumiert werden.
Um dennoch eine niedrigschwellige Hilfe zum Ausstieg und medizinischen Hilfe anzubieten, kamen Busse der Drogenberatung seit Jahren zum Kotti. Jetzt sind diese Ziel der Bürgerwehr geworden. Zum aktuellen Vorfall:
http://www.tagesspiegel.de/berlin/Kottbusser-Tor-Fixerbusse;art270,2849663
Den Junkies einen Spritzentausch zu verwehren ist wirklich eine ganz erbärmliche Aktion. Die Infizierung von Drogenkranken untereinander mit HIV, durch Needlesharing, in Kauf zu nehmen, nur um den Umsatz der angeblich beeinträchtigten Läden am Kotti zu sichern, zeigt welches Menschenbild hier vorliegt. Danke auch das ihr das Zahnmobil blockiert habt! Eine große Leistung Menschen, die aus verschiedenen Gründen lange nicht zum Zahnarzt gehen konnten, auch das zu verwehren.
Besonders traurig der Werdegang von Ercan Yasaroglu. In den 80er Jahren aus politischen Gründen aus der Türkei gekommen, hatte er verbindungen zu Antifa Genclik, versuchte sich dann als Filmproduzent und Journalist bei Antifa Demos. Wandelte sich dann zu einem der an den Potentialen Kreuzbergs verdienen will. Zum Schluß bleibt nur noch der Kampf gegen die Schwächsten.
Das Drogenproblem wird sich nicht durch Repression lösen lassen. Selbst in Staaten mit Todesstrafe für Drogendelikte gibt es Dealer und Konsumenten. Das Elend läßt sich mit der legalen Abgabe von ungestrecktem Heroin an Süchtige beseitigen. Der Hass auf Kranke ist das grössere Problem. Mehr Infos hier:
http://menschenfreundlich.blogsport.de/2009/02/

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Termine der Bürgerinitiative

Am Do. den 28.05 findet ein öffentliches Treffen der Bürgerinitiative im New Yorck im Bethanien statt und dazu seid ihr herzlich eingeladen.

Am Fr. den 29.05 von 17-21:00 treffen wir uns zum mittlerweile 8ten mal am Kottbusser Tor zu einem weiteren Infopoint gegen die Vertreibung der Drogenkonsument_innen, gegen Aufwertung und steigende Mieten und gegen den Ausbau des U-Bahnhofs Kottbusser Tor zu einem Musterüberwachungsbahnhof. Für ein menschenfreundliches Kottbusser Tor für alle! Ort der Kundgebung ist die Ecke Kottbusser Strasse und Reichenberger Strasse, am mittlerweile stillgelegten Trinkwasserbrunnen. Wir haben wieder unser CO2-neutrales Solar-Soundsystem am Start und jede Menge Trinkwasser umsonst und für alle. Transparente und Infomaterial werden nicht fehlen… bei Regen findet die Kundgebung nicht statt.
Trinkwasser_Brunnen_Substitut

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Aktion Körting-Watch

Quelle: http://de.indymedia.org/2009/05/251380.shtml

von metaoperaist_in 23.05.2009

Körting watch

Am Freitag, den 15.05, kam es zu Polizeiübergriffen rund um den U-Bahnhof Kottbusser Tor. Am Montag den 25.05 muss sich Innensenator Körting unbequemen Fragen stellen. Wenn du dabei sein willst, findest du in diesem Artikel ein „howto-Körting-watch“.
Körting-Watch – wir wollens wissen!

Am Freitag, den 15.05, kam es zu Polizeiübergriffen rund um den U-Bahnhof Kottbusser Tor.
Erstes Ziel der Polizisten war die Bürgerinitiative für ein menschenfreundliches Kottbusser Tor ( http://menschenfreundlich.blogsport.de ) die eine Kundgebung auf der Verkehrsinsel angemeldet hatte, auch um die andauernden Razzien am Kotti zu thematisieren. Kurze Zeit darauf wurden Student_innen und Journalist_innen die sich in einem Cafe zu einem Pressegespräch getroffen haben überfallen und anschliessend wurden wahllos Menschen schickaniert und festgenommen in der Dresdener Strasse und in der Adalbertstrasse. Und dabei vermehrten sich die Bullen fortlaufend bis eine ganze Hundertschaft rund um den Kotti im Repressions-Einsatz war.
Aber die Geschädigten wollten sich nicht in eine Opferrolle drängen lassen und die Wellen der Empörung schlugen hoch. Auf LinksUnten ( http://linksunten.indymedia.org/de/node/7153 ) findet ihr einen detaillierten Bericht mit Pressespiegel, Presseerklärungen und Augenzeugenberichten.
Nachdem die Wellen der Empörung bis an das Abgeordnetenhaus schwappten, wird dort das Nachspiel ausgetragen. Am Montag, den 25.05. um 10:00 Uhr in Raum 311, dem Bernhard-Letterhaus-Saal, trifft sich der Ausschuss für Inneres, Sicherheit und Ordnung. Dort wird sich ua. Innensenator Körting ( http://www.berlin.de/sen/inneres/leitung/senator.html ) kritischen Fragen stellen müssen. Wer diese mündliche Ohrfeige nicht verpassen will, ist dazu eingeladen, denn es sind noch Plätze frei…
Und wie kommst du da hin?
Die Sitzung ist öffentlich und die Einladung findest du hier:
http://www.parlament-berlin.de/ados/16/InnSichO/einladung/iso16-045-e.pdf
Das ausgedruckt in der Hand zu halten verleiht schonmal eine gewisse Sicherheit auch wirklich eingeladen zu sein.
Danach ist es sinnvoll einen Platz im Saal zu reservieren. Das geht bequem per Internet http://www.abgeordnetenhaus.de clicken, dann “Service” und “Besucherdienst” und “Platzreservierungen Ausschüsse” (oder direkt folgenden link: http://tinyurl.com/koertingwatch ).

Zitat von der Abgeordnetenhaus.de:
Anmeldungen für den Besuch von Ausschuss-Sitzungen können im Internet bis zum Tag vor der Sitzung erfolgen. Möchten Sie sich am Tag der Sitzung anmelden, rufen Sie bitte unter folgender Nummer den Besucherdienst an Telefon: 030/2325 1064

Also wenn du mal wieder später dran warst kein Problem, ruf an!
Zur Zeit (Sa.23.05 – 14:00) gibt es noch 56 verfügbare Karten und liveupdates nach den Reservierungen, damit du weisst wieviele Freund_innen du noch einladen kannst.

Tip: Auf Abgeordnetenhaus.de findest du viele nützliche Informationen, wie bspw. die Hausordnung des Abgeordnetenhauses, oder eine Anleitung zum Schreiben von Petitionen. Aber auch Gesetzestexte die grob erklären wer sich wann und wie zu Wort melden darf und an wen du dich wenden musst (tendeziell Abgeordnete), damit dein Wort bis an die richtigen Ohren dringt.

weitere Infos:

Nachspiel im Innenausschuss -->
http://menschenfreundlich.blogsport.de/2009/05/19/nachspiel-im-innenausschuss-folgt-polizei-verhinderte-pressegespraech-gewerkschaft-schreibt-protestnoten/

Berlin: Polizei löst Bildungsstreik-Pressegepräch auf -->
http://linksunten.indymedia.org/de/node/7153

Körtingwatch -->
http://www.abgeordnetenhaus.de

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