Druckraum nicht in Sicht

Quelle: http://www.taz.de/regional/berlin/aktuell/artikel/?dig=2009%2F07%2F21%2Fa0157&cHash=3a181c00c4

von Anne Siegmund

Mangels Druckraum gibt es zwei weitere Drogenkonsummobile

Franz Schulz‘ (Grüne) Ankündigungen über die zügige Öffnung eines neuen Druckraums in Kreuzberg sind offenbar geplatzt.

Nachdem der Druckraum in der Dresdener Straße Mitte Juni geschlossen wurde, hatte der Bezirksbürgermeister in Friedrichshain-Kreuzberg gegenüber der taz laufende Verhandlungen über ein neues Objekt bestätigt: „In zwei bis drei Monaten sind diese abgeschlossen.“ Doch daraus wird so schnell nichts, befürchtet die Drogenhilfe Fixpunkt – und bietet daher ab Dienstag eine Zwischenlösung. Mit ihrem Drogenkonsummobil wird sie viermal in der Woche den Moritzplatz anfahren.

Als „kleines Drama“ bezeichnet Kerstin Dettmer, Ärztin und stellvertretende Leiterin von Fixpunkt, das Tauziehen um den neuen Standort. Um welchen konkreten Ort es sich handelt, darf sie nicht sagen. Aber sie versichert, er sei noch zu Fuß vom Bahnhof Kottbusser Tor für die Konsumenten zu erreichen. Aufgrund der notwendigen Sanierungsmaßnahmen hofft Dettmer, den neuen Druckraum zumindest „Anfang nächsten Jahres“ zu beziehen.
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Der zuständige Sozialstadtrat Knut Mildner-Spindler (Linke) bezeichnete diese Hoffnung der Drogenhilfe allerdings als „sehr optimistisch“. Er könne erst nach der Sommerpause eine entsprechende Vorlage über den künftigen Druckraum beim Bezirksamt einreichen. Danach sei mit einer mehrmonatigen Bauphase zu rechnen. Die von Schulz zuvor getätigten Aussagen wies er deutlich zurück: „Er hat sich ziemlich weit aus dem Fenster gelehnt.“

Wie die Anwohner des Moritzplatzes auf die Übergangslösung reagieren werden, ist noch unklar: „Ich rechne erst mal nicht mit Protest“, sagt Dettmer. In der vergangenen Woche hatten Bewohner am Kottbusser Tor das Parken der Gesundheits- und Präsentionsmobile mit festinstallierten Bänken und Stühlen verhindert.

2008 sind in Berlin 152 Menschen an den Folgen von Drogenkonsum gestorben. Im Vorjahreszeitraum waren es noch 158 Tote. Anlässlich des nationalen Gedenktages für Drogentote werden am heutigen Dienstag Vertreter von Politik und Drogenhilfe um 12 Uhr am Oranienplatz in Kreuzberg eine Informationsveranstaltung durchführen.

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