Berlin-Kotti: Medienbetrug an der Öffentlichkeit

Quelle: http://de.indymedia.org/2009/02/242502.shtml

Die für gestern, Samstag den 20.02.2009, angekündigte Demonstration gegen Drogengebraucherinnen fand nicht statt. Stattdessen wurde „nur“ eine Kundgebung vor der Rossmann-Filiale am U-Bahnhof Kottbusser Tor abgehalten. Die Medien berichten undifferenziert von 80 Teilnehmerinnen und verschweigen den Protest.
Die für gestern, Samstag den 20.02.2009, angekündigte Demonstration gegen Drogengebraucherinnen fand, wegen geringer Beteiligung, nicht statt. Stattdessen wurde „nur“ eine Kundgebung vor der Rossmann-Filiale am U-Bahnhof Kottbusser Tor abgehalten.

Die Medien berichten von 80 Teilnehmerinnen und verschweigen, dass davon ca. 40 Peronen Gegendemonstrantinnen waren. Um die Zahl zu erreichen, haben sich die Redakteurinnen selbst mitgezählt. Egal ob RBB, Tagesspiegel, Berliner Kurier, Berliner Zeitung oder ddp, die gleichgeschalteten Medien berichten unisono und verschweigen die teils lautstarken Proteste. Allein in einem Artikel des Tagesspiegel wird von einem Zwischenruf berichtet.

D.h. die zwielichtige Bürgerinitiative Kottbusser Tor hat erfolgreich in Zusammnearbeit mit den Medien die anvisierte „Nachricht“ produziert. Verschwiegen wird zudem, dass ein Protestierender von 2 Männern der Bürgerinitiative angegriffen wurde. Dieser hatte kurz vor Beginn der Demonstration Flugblätter der „Anti-Junkie-Ini“ abgerissen. Die Polizei berichtet zwar von keinerlei Zwischenfällen, aber nur weil der Angegriffene sich weigerte eine Anzeige wegen gefährlicher Körperverletzung zu erstatten. (Die moralische Entscheidung nicht mit Hilfe der Polizei, in diesem konkreten Fall, gegen andere Menschen vorzugehen, war nicht sinnvoll!)

Ercan Yasaroglu, Sozialpädagoge und Mitarbeiter der Jugendhilfe gGmbH, welche zur Ajus GmbH gehört, die wiederum unter dem Dach des Paritätischen Wohlfahrtsverband agiert, ist „Leitfigur“ und „Sprachrohr“ der Bürgerini gegen Junkies. Das ist unvereinbar mit dem Grundverständnis der Sozialarbeit, festgelegt im „Code of Ethics“, hier einige Punkte:

„Jeder Mensch hat die gleiche Würde, ungeachtet seiner Abstammung, seiner Volkszugehörigkeit, seines Geschlechtes, seines Alters, seines Glaubens, seiner sozialen und wirtschaftlichen Stellung oder seiner gesellschaftlichen Verpflichtung.

Jeder Mensch hat das Recht auf Selbstwirklichung, soweit dadurch nicht das gleiche Recht des anderen verletzt wird.

Jede Gesellschaft – gleich welcher Ordnung – sollte jedem Menschen die bestmöglichen Entwicklungschancen bieten.

Der Sozialarbeiter hat vordringlich die Pflicht zur objektiven Dienstleistung unter Zurückstellung seiner persönlichen Ziele und Vorstellung.“

Für Yasaroglu sind die Konsumentinnen von Heroin und Kokain, offenbar keine Menschen und dürfen daher ausgegrenzt, diffamiert und vertrieben werden. Die Schliessung eines Druckraums und die verhinderung aufsuchender Sozialarbeit (Streetwork) durch verstärkte Polizeipräsenz und Razzien, gehören zu seinen Forderungen.

Zwei Tage vor der Kundgebung hat eine Hundertschaft der Polizei rund um das Kottbusser Tor eine Razzia durchgeführt. Sogar vor dem Druckraum wurden Menschen an die Wand gestellt und durchsucht und dadurch am betreten der Räume gehindert. Und das entgegen der Absprache von Drogenhilfeeinrichtungen, Polizei und BVV die besagt, dass die Polizei sich zurückhalten muss damit aufsuchende Sozialarbeit und weitere Angebote überhaupt ermöglicht werden.

Umso schwerer wiegen die manipulativen Veröffentlichungen der bürgerlichen Presse. Erstaunlich ist, dass die Presse bislang mit „samthandschuhen“ angefasst wird. Ein radikal anderer Umgang mit den Verantwortlichen der Propaganda ist wünschenswert.

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